Dirk Bellwinkel

Bartzwerge sind meine Leidenschaft

 

Der Umgang mit Tieren wurde mir von Kindheit an mitgegeben, unsere Familie hatte einen Bauernhof mit Kühen, Schweinen und Kleintieren – Kaninchen und Legehühnern. Dazu hat mein Vater bereits seit seiner Jugendzeit Brieftauben gezüchtet und auf Reisen geschickt.

 

Bei meinem Onkel kam ich bereits im Kindergartenalter mit Rassetauben in Kontakt, er züchtete seiner Zeit Gimpeltauben und eine weitere Taubenrasse, soweit ich mich erinnern kann.

 

Ab einem Alter von 12 Jahren interessierten mich die gefiederten Tiere stärker, meinen Vater begleitete ich häufiger zum Taubenverein, zum Einsetzen der Tauben, zu Brieftaubenausstellungen und er nahm mich auch zu Brieftaubenversteigerungen mit. Das war auch mein erster Berührungspunkt einem unserer Ausstellungsorte von Hauptsonderschauen der Antwerpener Bartzwerge – die Mehrzweckhalle in Langenberg/Westf.

 

Es wurden die alten Rassegeflügelzucht-Bücher von meinem Onkel durchgeschaut und Ortsschauen des RGZV Uentrop besucht, die Züchter waren bekannt und kannten mich auch – es war damals wie heute ein Dorf mit regem Vereinswesen. Zunächst konnten meine Eltern nicht so recht von der Rassegeflügelzucht überzeugt werden, und dann hat mir ein Zufall weitergeholfen. Uns ist ein blauer Strasser zugeflogen. Den durfte ich behalten und natürlich wusste ich wo es ein passendes Gegenstück dazu gab, einer unserer Gründungsmitglieder des RGZV Uentrop züchtete blaue Strasser. Somit war der Grundstein zur Rassegeflügelzucht gelegt, dem Eintritt in den RGZ Uentrop 1978 im Alter von 14 Jahren stand nichts im Weg.

 

Der RGZV Uentrop unterstützte seinerzeit die jugendlichen Mitglieder bei Neuanschaffungen von Geflügelrassen, ganz gleich welcher Art. In unserem Kreisverband gab es jemanden der wachtelfarbige Antwerpener Bartzwerge züchtete, diese hatten damals auf den Kreisschauen bereits mein Interesse geweckt. So kam ich zu den ersten Bartzwergen, leider hat mir zu der Zeit noch niemand so richtig bei den Bartzwergen bezüglich Zuchteigenschaften helfen können – das war und ist ja nicht so einfach wie mit verzwergten Hühnerrassen. Leider war es mit den Bartzwergen nach kurzer Zeit wieder vorbei und es zogen Zwerg New Hampshire ein. In den SV der New Hampshire wurde ich durch unseren ehemaligen Zuchtwart des RGZV Uentrop mit- und aufgenommen. Die Strasser waren in der Zwischenzeit „ausgezogen“. So ging es bis 1985, die Zuchtrichtung der Zw. New Hampshire hatte sich sehr gewandelt und ich hing immer noch an den Antwerpener Bartzwergen.

 

Im Herbst 1985 nahm ich Kontakt zu Bernhard Baumeister auf und fragte nach einem Zuchtstamm schwarzer Antwerpener. Seither beschäftige ich mich intensiv mit Bartzwergen.

 

1988 mit dem Eintritt in den SV d. Z. Antwerpener Bartzwerge und dem Besuch der Hauptsonderschau in Offenbach/Queich, kamen noch blaugesäumte Antwerpener dazu – von Bernhard Baumeister und Kurt Höhn.

 

Der erste Versuch mit gelb-schwarzcolumbia Antwerpenern startete 1994/1995, allerdings nicht so erfolgreich wie gewünscht – es blieb somit bei den angestammten Farbenschlägen schwarz und blaugesäumt bis 2002. Einen kurzzeitigen Ausflug mit perlgrauen und gesperberten Antwerpenern gab es zwischendurch.

 

Von 2002 bis 2006 gab es einen „Stilbruch“, 2003 war gar kein Rassegeflügel vorhanden; 2004 und 2005 gab es einen Versuch mit schwarzen Zwerg Dresdenern. Da erkannte ich jedoch sehr schnell dass diese Rasse in Bezug auf Zutraulichkeit, Lebendigkeit und Wesen nicht mit den Bartzwergen mithalten kann. Die Konsequenz war, es mussten wieder Bartzwerge her!

 

Seit 2006 sind die Antwerpener in gelb-schwarzcolumbia mein Hauptfarbenschlag, dazu gesellen sich seit 2018 gelb-blaucolumbia Antwerpener. Die „gelb-blauen“ wurden von Fam. Schramm übernommen, sie haben den Farbenschlag leider aufgegeben. Von 2011 bis 2017 waren nochmals schwarze Antwerpener meiner Tochter in unserem Stall angesiedelt.

 

Im Januar 2019 ergab sich ein zufälliges Ereignis bei dem Besuch unseres Zuchtfreundes Michi Angehrn in der Schweiz. Seither sind auch isabell-porzellanfarbige Ükkeler Bartzwerge in Hamm zuhause; von diesen Ükkelern wird bisher jedes Jahr mit nur einem Stamm gezüchtet. Zudem ist bei diesem Besuch in der Schweiz die Idee zur Erzüchtung von gelb-schwarzcolumbia und gelb-blaucolumbia Ükkelern entstanden. Dieses Projekt läuft in der Anerkennung; es konnte bereits ein weiterer Züchter für den gelb-schwarzen Farbschlag der Ükkeler gewonnen werden.

 

In meinem Heimat – Ortsverein Uentrop bin ich seit 1978 organisiert, war von 1993-2006 und 2010-2015 dort im Vorstand aktiv. Und von 1994-1997 im Kreisvorstand des Kreisverbandes Hamm-Unna als Ausstellungskassierer der damaligen offenen Kreisschau (Ruhr-Lippe-Schau in den Zentralhallen Hamm) tätig.

 

In 2012 bin ich zudem in den RGZV Langenberg eingetreten.

 

Dem SV d.Z. Antwerpener Bartzwerge gehöre ich seit 1988 an, seitdem wurde an fast allen Sommertagungen und Hauptsonderschauen teilgenommen. Zur Sommertagung in Glauchau, 2008, wählte mich die Versammlung in den Vorstand des SV.